Was kostet eine Elektroauto-Versicherung? - The Broker

Was kostet eine Elektroauto-Versicherung?

Was kostet eine Elektroauto-Versicherung?

Zwischen den Jahren 2000 und 2020 stieg der Bestand der Motorfahrzeuge (ohne Motorfahrräder) in der Schweiz um 36 Prozent auf 6,2 Millionen an. Drei Viertel davon waren Personenwagen, darunter 43 400 reine Elektroautos ohne Hybridantrieb. Dies entsprach einem Anteil von gerade einmal 0,9 Prozent. Die höchste Elektro-Quote fand sich im Kanton Zug.

Alleine 2020 wurden gegen 20 000 rein elektrisch angetriebene Personenkraftwagen neu zugelassen. Mit etwa 4,2 Prozent scheint ihr Anteil insgesamt noch immer gering, doch der Markt wächst atemberaubend schnell.

Weltweit gesehen liefen laut dem deutschen Online-Portal für Statistik Statista 2020 global 10,9 Millionen Elektroautos vom Band, was einen Anstieg von über drei Millionen Fahrzeugen mehr als im Vorjahr bedeutete. Mit Abstand in Führung liegt dabei China, bei einer Zulassungssteigerung von fünf Millionen Fahrzeugen. Gefolgt von den USA, die dreimal weniger Stromer verkauften. Tesla lag 2020 mit rund 500 000 verkauften Fahrzeugen vor VWSAIC und BMW. Das wird sich rasch ändern. Denn die offizielle Strategie von Volkswagen, dem umsatzstärksten Automobilproduzenten der Welt, lautet nun: «Aus dem Windschatten zum Weltmarktführer». Bis spätestens 2030 soll die gesamte VW-Flotte zu 70 Prozent elektrisch fahren, eine Palette von verschiedensten modular gebauten Fahrzeugen läuft jetzt an.

ÖKO-Autos und Versicherungen in der Vergangenheit

Rückblick: Ein Versicherungsvergleich bei Elektrofahrzeugen aus dem Jahr 2018 des Vergleichsdienstes Comparis zeigte, dass die Prämien für mit Strom betriebene Fahrzeuge teilweise noch bis zu 56 Prozent günstiger waren als bei vergleichbaren Benzinern. Die Ökorabatte der Versicherer variierten damals stark. Die Zurich belohnte E-Kunden mit einem Preisnachlass bis zu zwanzig Prozent, Teslafahrer profitierten dank einem Kooperationsrabatt von fünf Prozent und einer hundertprozentigen Neuwertentschädigung während zwei statt einem Betriebsjahr.

Vaudoise bot 25 Prozent Elektrorabatt auf Kasko- und 32 Prozent für die Haftpflichtversicherung. Die Basler Versicherung wiederum gewährte einen Ökorabatt im zweistelligen Bereich und die Helvetia vergab einen Rabatt für ökologische Antriebsarten, während Axa Elektrofahrer mit einem Ökorabatt von fünf Prozent belohnte. Die Mobiliar verwendete einen Tarif integrierten Vergünstigungsfaktor. Allianz hingegen verzichteten gänzlich auf einen Ökorabatt.

Und heute?

Eine gewisse Unsicherheit über die Entwicklung von Gesetz und Produktion bei Ökofahrzeugen zeigt sich in einer aktuellen Recherche von thebroker bei nahezu allen Versicherungen. Eine allgemeine Richtlinie gibt es nicht. Die Zurich bietet mit ihrem Elektro-Plus lediglich einen Rundumschutz für den Akku. Mitversichert sind Bedienungsfehler (z.B. Schäden, die durch Fehlbedienung der Ladestation entstehen und Schäden durch Tiefentladung oder Überladung). Im Schadenfall erfolgt keine Rückstufung in der Vollkaskoversicherung. Durch den Akku-Ausgleich ist es möglich die separat geleaste Antriebs-Batterie aus dem Versicherungsschutz auszuschliessen. Damit wird nur der effektive Verbrauch bezahlt.

Bei der Basler Versicherung kann ein maximal zwei Jahre altes Elektro-Fahrzeug zum Neuwert versichert werden. Bei einem Totalschaden oder Diebstahl erhält der Halter damit den vollen Kaufpreis entschädigt. Dies gilt bis zum siebten Betriebsjahr. Über zwei Jahre alte Fahrzeuge können mit Zeitwertzusatz versichert werden. Dann wird dem Eigentümer bis zu zwanzig Prozent des Katalogpreises zusätzlich zum Zeitwert vergütet. 

Deutlich weiter ist die Mobiliar, sie bietet eine Prämienermässigung als Beitrag an den Umweltschutz und umfassende Deckung inklusive Haftpflicht-, Kasko- und Unfallversicherung, 24h-CarAssistance und Fahrzeug-Rechtsschutz. Zusätzlich sind Bonusgarantie und Schäden am parkierten Fahrzeug versicherbar. 

Auch die Autoversicherung der Helvetia bietet einen ProClima-Bonus für umweltschonende Autos. Die Versicherung kann durch einen sogenannten Wallbox-Zusatz für E-Autos erweitert werden, die Funktion der fest installierte Ladestationen ist damit mitversichert.

Axa bietet umfassenden Schutz für das Elektroauto zum leicht ermässigten Preis. Es wird ein Elektrorabatt von bis fünf Prozent gewährt. 

Sehr fortschrittlich sind schliesslich die Angebote von Allianz. Sie offeriert in ihren Produktlinien «Komfort» und «Premium» einen Prämien-Nachlass von zwanzig Prozent für E-Autos. Neben massgeschneiderten Leistungen speziell für Elektroautos bietet der Versicherer einen Rundum-Schutz für den Akku in der Premium-Line und eine Absicherung bei Schäden durch einen Hackerangriff bei Vollkasko.

Besteuerung von Elektro- oder Hybridfahrzeugen kantonal geregelt

Nicht nur Versicherungen gewähren uneinheitliche Rabatte oder Vergünstigungen, auch die Kantone (Übersicht über die Kantone des Bundesamtes für Energie BFE) besteuern Elektro- oder Hybridfahrzeuge unterschiedlich. In manchen Kantonen sind die Stromer von der Verkehrssteuer gänzlich befreit, in anderen wiederum gibt es wenigstens Rabatte. Andere Kantone unterscheiden gar nicht zwischen Benzinern oder Stromern. 

Glücklich können sich zum Beispiel die Inhaber eines Genfer Kennzeichens schätzen, sie sind während den ersten drei Betriebsjahren ihres Elektromobils komplett von der Steuer befreit.

Binci Heeb

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